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Mit der richtigen Ernährung zu mehr Leistungsfähigkeit beim Lernen


DAS GERHIRN FUNKTIONIERT BEI GESUNDER ERNÄHRUNG AM BESTEN. Es macht zwar nur zwei Prozent des Körpergewichts aus, verbraucht aber mehr als ein Fünftel der gesamten Energie – das Gehirn ist ein komplexes Organ, das zu Höchstleistungen fähig ist, solange es das bekommt, was es braucht.

Die Ernährung versorgt uns mit der nötigen Energie für den Alltag aber was wir essen ist ganz entscheidend dafür, ob wir uns müde und schlapp fühlen, oder wach und leistungsfähig. Wer also in der Schule, beim Lernen oder im Nachhilfeunterricht voll konzentriert sein will, der sollte sein Gehirn mit den richtigen Nährstoffen versorgen. Dabei gilt insgesamt: Weniger ist mehr! Das heißt, dass eine gleichmäßige Energieversorgung in kleinen Mengen besser ist als große Mengen in wenigen Einheiten. Bekommt das Gehirn immer wieder kleine Portionen an guten Inhaltsstoffen, kann es dauerhaft mit der nötigen Energie versorgt werden, wohingegen wenige große Portionen nur kurzfristige Energieschübe nach sich ziehen. An erster Stelle stehen dabei komplexe Kohlenhydrate als die wichtigsten Energielieferanten. Dazu zählen unter anderem Vollkornbrot, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder Hülsenfrüchte. Richtig viel Power liefern auch ungesättigte Fettsäuren, die etwa in hochwertigen Ölen (z.B. Walnussöl), Nüssen oder Trockenfrüchten enthalten sind. Zu guter Letzt braucht der Körper auch hochwertige Eiweiße, um den Informationsfluss zwischen den Zellen zu gewährleisten. Solche Proteine sind in Fisch, Hülsenfrüchten, Nüssen, mageren Milchprodukten oder Vollkorngetreide enthalten.

Richtige Ernährung ist ein wichtiges Hilfsmittel für den Schulalltag. Der Ernährungsplan von Schülerinnen und Schülern sollte daher auf gesunden Lebensmitteln und Energielieferanten aufbauen. Dies gilt für die Hauptmahlzeiten und alle Snacks zwischendurch. Mit den folgenden Tipps steht dem erfolgreichen Lernen nichts mehr im Wege!

FINGER WEG!

  • Schneller Zuckerkick

Schokoriegel oder andere Süßigkeiten, aber auch Traubenzucker sind keine idealen Energielieferanten. Sie treiben den Blutzucker schnell in die Höhe und liefern kurzfristig Energie. Der Blutzucker rasselt dann aber in den Keller und Müdigkeit setzt ein.

  • Verarbeitete Lebensmittel

Nach Möglichkeit sind verarbeitete Lebensmittel zu vermeiden. Dazu zählen unter anderem Wurstwaren, Chips, Kekse oder Fertigprodukte. Frische Lebensmittel sind verarbeiteten Produkten immer vorzuziehen, weil diese wichtige Mineralstoffe und Vitamine enthalten.

  • Immobilität

Bewegungslosigkeit fördert die Müdigkeit. Speziell nach der Nahrungsaufnahme ist es wichtig, sich auch kurz zu bewegen, um die Durchblutung anzukurbeln und die Nährstoffzufuhr ins Gehirn zu gewährleisten.

AUF DEN SPEISEPLAN!

  • Viel Flüssigkeit

Flüssigkeitszufuhr ist essenziell, denn durch sie wird der Körper mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Ideal sind zwischen zwei und drei Liter Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen.

  • Vollkornkost

Kohlenhydrate sind Zucker, doch nur die langkettigen Zucker in Form von Vollkorngebäck, Haferflocken, Nüssen, Samen, und Obst liefern auch Energie, die das Gehirn langfristig mit den nötigen Stoffen versorgen kann.

  • Vitamine

Frische Lebensmittel müssen Teil einer ausgewogenen „Kopfnahrung“ sein. Obst und Gemüse liefern dabei ausreichend Vitamine und Mineralstoffe, die für die Leistungsfähigkeit des Gehirns essenziell sind.

  • Portionsgröße

Besser sind mehrere kleine Portionen als große Mengen an Nahrung. Der Körper kann diese leichter verdauen, muss dafür kein Blut aus dem Gehirn in den Verdauungstrakt leiten und stellt über einen längeren Zeitraum wichtige Energie zur Verfügung.

  • Brainsnack

Wer einen schnellen Energieschub benötigt, beispielsweise während der Prüfung oder beim konzentrierten Lernen, der greift am besten zu frischem Obst und Nüssen. Die Kombination aus hochwertigen Kohlenhydraten und Omega-3-Fettsäuren geben dem Gehirn den nötigen „Frischekick“.

DU BIST WAS DU ISST – das gilt auch für den schulischen Erfolg. Eine gute Ernährung kann zwar das Lernen und Üben nicht ersetzen, sie kann dieses jedoch positiv unterstützen.



Dyskalkulie-WENN ZIFFERN WIE CHINESISCHE ZEICHEN WIRKEN

Eine Rechenschwäche erkennen und mit ihr umgehen

ZWEI MAL DREI MACHT VIER, WIDEWIDEWITT UND DREI MACHT NEUNE – Pippi Langstrumpf ist zwar cool aber rechnen kann sie nicht. Damit geht es ihr wie vielen anderen Kindern und Jugendlichen. Allein in Deutschland sind zwischen drei und sieben Prozent betroffen: sie haben eine Rechenschwäche.

Was im Fachjargon als Dyskalkulie bezeichnet wird, ist eine Teilleistungsstörung oder Lernschwäche im Bereich der Mathematik, bei der den Betroffenen jeglicher Bezug zu Ziffern, Zahlen und damit auch zu Entfernungen oder Mengenangaben fehlt. Was von die meisten von uns somit als logisch oder einfach empfunden wird, können Menschen mit einer Dyskalkulie schlichtweg nicht begreifen. Ziffern sind für sie etwas Abstraktes und versuchen sie, eine einfache Rechnung zu lösen, ist es beinahe so, als müssten sie chinesische Schriftzeichen entziffern.

Schlecht in Mathe = Dyskalkulie?

Schlechte Noten in Mathe lassen sich jedoch nicht automatisch bei allen Schülerinnen und Schülern mit „Dyskalkulie“ erklären. Treten Probleme erst bei komplexeren mathematischen Anforderungen auf, so ist die Rechenschwäche zumeist nicht die Ursache, denn diese tritt bereits im frühen Kindesalter auf zeigt sich bei Schwierigkeiten schon mit einfachsten Rechenübungen. Doch auch das muss noch kein deutlicher Hinweis of Dyskalkulie sein, denn viele Schulanfängerinnen und Schulanfänger haben im ersten Schuljahr Probleme dabei, Zahlen zu erfassen und zu verstehen. Bei den meisten kann dabei jedoch mit ausreichend Übung schnell geholfen werden.

Wie erkenne ich als Elternteil, ob mein Kind an Dyskalkulie leidet?

Mögliche Anzeichen für eine Dyskalkulie

  • Schwierigkeiten im Schulfach Mathematik

  • Schwierigkeiten beim Zählen

  • Probleme, die Uhr zu lesen

  • Zuhilfenahme der Finger für einfachste Rechenaufgaben

  • Fehlendes Verständnis für Mengenangaben

  • Schwierigkeiten beim Erfassen von Rechensymbolen

  • Kein Gefühl für Distanzen oder Geldbeträge

  • Mündliches und schriftliches Verdrehen von Zahlen (z.B. 45 statt 54)

  • Unfähigkeit, Zahlenreihen nachzuvollziehen

  • Schwierigkeiten zeitliche Verläufe nachzuvollziehen

  • Schwierigkeiten, Rechenergebnisse zu speichern


Die Rechenschwäche zeigt sich zumeist nicht ausschließlich im Mathematikunterricht, sondern umfasst all jene Bereiche, in denen das Kind mit Zahlen und Ziffern konfrontiert ist. Hat Ihr Kind neben den Schwierigkeiten im Mathematikunterricht beispielweise Probleme dabei, die Uhr zu lesen oder auch mit geringen Geldbeträgen umzugehen, Entfernungen einzuschätzen oder Mengenangaben zu erfassen, dann sind dies Anzeichen für Dyskalkulie. Wird eine Rechenschwäche vermutet, ist es sinnvoll, zuerst das Gespräch mit der Lehrperson zu suchen. Bestätigt diese den Verdacht, sind Kinder- und JugendpsychiaterInnen, PsychotherapeutInnen oder SchulpsychologInnen die richtige Anlaufstelle. Diese können im Gespräch und mithilfe von dafür vorgesehenen Tests eine Dyskalkulie eindeutig diagnostizieren.


Risikofaktoren und Ursachen

Die Forschung ist sich bis heute uneinig, wodurch die Rechenschwäche hervorgerufen wird. Es gibt einerseits Hinweise dafür, dass genetische Faktoren entscheidend sind, andere Studien jedoch machen psychosoziale und schuldidaktische Faktoren dafür verantwortlich. Klar ist, dass es sich um eine Unteraktivität in bestimmten Gehirnbereichen handelt, die zumeist aufgrund einer Kombination an Faktoren hervorgerufen wird und von physiologischen Problemen in der Kindheit, wie zum Beispiel Epilepsie, verstärkt werden kann. Eine Rechenschwäche ist jedoch keineswegs auf mangelnde Intelligenz zurückzuführen und daher oft zu Unrecht mit einem Stigma besetzt. Kinder mit Dyskalkulie können im Schulalltag durchaus bestehen, allerdings benötigen sie im Fach Mathematik besondere Zuwendung. Unabhängig von den Ursachen ist die oberste Prämisse daher, die Dyskalkulie so früh wie möglich zu erkennen, um die Betroffenen gezielt fördern zu können.

Diagnose Dyskalkulie – was nun?

Wird vom facheinschlägigen psychiatrisch-psychologischen Personal eine Dyskalkulie festgestellt, steht die gezielte Förderung an erster Stelle. Ziel ist es nicht, das Kind mit Übungen zu überhäufen. Vielmehr geht es darum, ausgehend vom individuellen Lernfortschritt und Kenntnisstand, die scheinbar chinesischen Zeichen zu entziffern, und langsam ein Gefühl für Ziffern und Zahlen zu entwickeln. Es geht daher weniger um das vermehrte Rechnen, sondern um eine gezielte Unterstützung bei der Analyse von Rechenwegen und der schrittweisen Aufbereitung von Lösungswegen.

Wichtig ist dabei eine enge Zusammenarbeit von Eltern, Schule und Nachhilfeinstitut. Jedem kommen dabei auch unterschiedlichste Aufgaben zu. Eltern sind zunächst dazu angehalten, dem Kind emotionale Unterstützung zukommen zu lassen, es zu ermutigen und mithilfe alltäglicher Beispiele (z.B. Uhren ablesen, Benützung der Küchenwaage) einfache Übungen in den Alltag zu integrieren. Dem Lehrpersonal an Schulen hingegen kommt die Aufgabe zu, den Unterricht für Betroffene zu erleichtern. Dies kann etwa durch eine Verlängerung der Arbeitszeit, durch besondere Zuwendung oder durch das Hinzuziehen spezieller Hilfsmittel (z.B. Taschenrechner) erfolgen. Die NachhilfelehrerInnen nehmen jedoch in der Förderung von Kindern mit Dyskalkulie eine besondere Rolle ein, denn sie sind diejenigen, die sich gezielt dem Problem der Überwindung der Abstraktheit von Zahlen und Ziffern annähern. Wichtig dafür ist eine angenehme Lernumgebung, in der die Betroffenen in Einzelbetreuung ohne Zeitdruck ihren Umgang mit mathematischen Zeichen und Lösungen verbessern können. Geduld ist dabei ausschlaggebend, denn ein Fortschritt wird in kleinen Schritten erfolgen, die jedoch für die SchülerInnen mit Rechenschwäche von großer Bedeutung sind.

Bewusstsein schaffen

Ausgrenzung, Scham und Vorurteile – Kinder mit einer mathematischen Lernschwäche werden sich im Schulalltag oftmals schon sehr früh bewusst, dass sie mit anderen Kindern nicht mithalten können. Selbstzweifel und Motivationsverlust sind dann die Folge. Bislang ist die Dyskalkulie jedoch im Gegensatz zur Legasthenie (Lese- und Rechtschreibstörung) keine anerkannte Störung, die Betroffenen einen Sonderstatus in der schulischen Beurteilung gewährt. Dyskalkulie jedoch als mangelnde Intelligenz abzutun, ist fatal. Es ist daher an der Zeit, dass Eltern, Lehrer und Nachhilfeinstitute, die täglich mit der mathematischen Lernschwäche in Berührung kommen, zunehmend ein Bewusstsein innerhalb der Gesellschaft schaffen, sodass Dyskalkulie künftig als das angesehen wird, was es ist: ein Problem, dem man mit intensiver Betreuung entgegentreten kann.